Lubomir Ftacnik gewinnt 7. LGA Premium Schach Cup – Büchenbacher mit achtbaren Erfolgen

Herby gut gelaunt beim LGA

Aus technischen Gründen erfolgt der Bericht vom LGA-Cup mit einiger Verspätung. Dennoch soll und darf ein kurzes Resümee vom Event der Extraklasse auf unserer Homepage nicht fehlen.

Zum Gesamtergebnis:

Bereits zum 7. Mal öffnete die LGA ihre Tore für eines der attraktivsten Schachturniere Deutschlands. Titelträger aus aller Herren Länder, wie Schweden, Ungarn, Tschechien, Slowakei und Kanada kämpften 7 Runden lang um Preigelder im Gesamtwert von 12.000 €. Letztendlich wurde GM Lubomir Ftacnik mit 6,0 Punkten hochverdient alleiniger Sieger. Er besiegte in der letzten Runde den bis dato führenden GM Mark Bluvshtein, dem seinerseits ein Remis zum Turniersieg gereicht hätte. Insgesamt folgten nach dem Platz an der Sonne sage und schreibe 15 Spieler mit 5,5 Punkten – ein Beweis wie spannend es das ganze Turnier über zuging.

Zum Abscheinden der SG-Spieler:

In Runde 1+2 starteten unsere Spieler erwartungsgemäß. Unser Spitzenspieler Jens Herning konnte sich in der Auftaktrunde von der Spielstärke des späteren Turniersiegers überzeugen. GM Ftacnik zeigte ihm anschaulich, wie man mit wenigen Zügen ein Feuerwerk auf dem Brett entfachen kann und den Gegner stilsicher zur Strecke bringt. In der Folgerunde gelang Jens ein verdienter Sieg gegen Schachfreund Peter Thürauf (ELO 1920/ DWZ 1812) von SW Nürnberg Süd. Auf ähnliche Weise und mit den gleichen Ergebnissen kam Herbert Adler aus den Startlöchern. Er holte nach einer Auftaktniederlage gegen FM Paul Zwahr (2348/2274) in Runde 2 ebenfalls gegen einen „Süder“ den vollen Punkt.

Runde 3 ist bei 7-rundigen Veranstaltungen meist der erste Wegweiser für den restlichen Turnierverlauf. Sie verlief für unsere Mannen recht unterschiedlich. Während Jens gegen einen 1800er gewann, musste sich „Herby“ einem 2100er geschlagen geben. Jens‘ tolle LGA-Form aus dem Vorjahr schien sich fortzusetzen, als er in Runde 4 gegen den besten Jugendspieler Mittelfrankens FM Alexander Seyb (2294/2253) remisierte. Herbys Formkurve zeigte zwar nach oben. In Resultate konnte er dies aber (noch) nicht ummünzen. Nach guter Partie verlor er gegen Paul Demel (2152/2095).

Genau wie im Vorjahr bekam es Jens in Runde 5 mit IM Mark Safyanowsky (2301/2246) zu tun. Diesmal hatte er allerdings weder den Anzugsvorteil, noch das Überraschungsmoment auf seiner Seite. Zu einem Remis wie im Jahr zuvor langte es daher leider nicht und er musste gegen den Routinier relativ bald die Waffen strecken, nachdem er den Königangriff seines Gegners unterschätzt hatte. Auch die Unterstützung von Töchterchen Nina half da nicht weiter. Während Jens‘ Turnierlauf erstmals etwas ausgebremst wurde, konnte Herby Boden gut machen. Er bezwang Dr. Jens Schweisgut (1790/1672) im sog. „Raum Aljechin“, aus dem er bereits in Runde 2 einen ganzen Zähler entführt hatte.

Runde 6 stellte den bisherigen Turnierverlauf dann völlig auf den Kopf. Während Jens seinen Gegner sehr sehenswert auskombinierte um dann mit einem Turmeinsteller kurz vor Ende alles wegzuwerfen, schlug Herby den favorisierten Klaus Meulner (2188/2040) und zog wie Phönix aus der Asche mit 3/6 an Jens vorbei. Die Vorzeichen vor der letzten Runde waren damit komplett umgekehrt.

In der 7. Runde erreichte Herby ein (Kurz-)Remis gegen Peter Schönberger (2174/2090) von Caissa Schwarmstedt und beendete das Turnier mit 3,5/7 und einem leichten ELO- und DWZ-Plus. Jens stellte seine Bemühungen das Turnier mit 50% zu beenden alsbald ein und remiserte gegen den Nürnberger Helmut Luther (2020/1966). Nach tollem Start langte es für ihn leider nicht zur Wiederholung seines Fabelergebnisses aus 2009.

Am Ende landete Herby in dem 188-Mann-starken Teilnehmerfeld mit 3,5 Punkten auf dem 108. Rang. Drei Plätze dahinter fand sich Jens mit 3,0 Punkten auf dem 111. Platz ein.

Ein Geheimnis des Turniers und seiner großen Popularität bei Spielern jeden Alters und jeder Spielstärke liegt in der nahezu perfekten Organisation und den exzellenten Spielbedingungen. Cheforganisator Jochen Galsterer und sein Team um Turnierleiter Michael Bezold und Schiedsrichter Robert Ackermann sowie viele fleißige Helfer sorgen Jahr für Jahr für einen reibungslosen Ablauf und hervorragende Spielbedingungen in schönem Ambiente. In diesem Jahr war erstmals auch unser Schachzivi Michael Braun dabei. Er fügte sich nahtlos ins Team ein und machte seinen Job nach Auskunft der Verantwortlichen sehr gut. Nach 5 Tagen Vollzeit Turnierorganisation hat er viele Eindrücke und wertvolle Erfahrungen beim Topturnier in der Region sammeln können und seine erste Station als Schachzivi erfolgreich hinter sich gebracht.

Allen, die jetzt neugierig geworden sind und mit dem Gedanken spielen, selbst einmal dabei zu sein, sei gesagt, dass das Turnier bereits für die Jahre 2011 und 2012 (!) ausgebucht ist. Ein schöneres Kompliment für die Organisatoren kann es wohl kaum geben.

Hier noch einige Impressionen vom Autor dieser Zeilen:

[Event "7. LGA Premium Cup"]
[Site "Nürnberg"]
[Date "2010.09.02"]
[Round "1.3"]
[White "Ftacnik, Lubomir"]
[Black "Herning, Jens"]
[Result "1-0"]
[WhiteElo "2568"]
[BlackElo "2151"]
[PlyCount "55"]
[EventDate "2010.??.??"]
[WhiteTeam "Hamburger SK von 1830 eV"]
[BlackTeam "SG Büchenbach/Roth e.V."]

1. Nf3 d5 2. d4 Nf6 3. c4 c6 4. e3 e6 5. Bd3 dxc4 6. Bxc4 b5 7. Bd3 a6 8. a4
Bb7 9. e4 Be7 10. O-O O-O 11. Qc2 h6 12. Qe2 c5 13. e5 c4 14. Bc2 Nfd7 15. Nc3
b4 16. Nd1 a5 17. Ne3 Nb6 18. Rd1 Qc7 19. d5 exd5 20. Nf5 Re8 21. N3d4 Bf8 22.
Qg4 g6 23. e6 h5 24. Qg5 Bc8 25. Bf4 Qb7 26. Qf6 gxf5 27. Be5 fxe6 28. Qh8+ 1-0
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