Tolle Erfahrungen beim Deutschen Schulschachkongress

Mit einem Potpurri neuer Ideen und Anregungen rund ums Schulschach kommen Michael und Daniel zurück aus Dortmund. Und Ihr Urteil ist eindeutig: Der Aufwand und die Reise haben sich wirklich gelohnt!

Nach der letzten Runde der Landkreismeisterschaft und dem Gewinn der Stadtmeisterschaft ließ Michael nicht die Korken knallen, sondern machte sich nur wenige Stunden später mit Daniel auf den Weg nach Dortmund. Um möglichst alle Workshops an den beiden verbleibenden Tagen mitmachen zu können, startete der Road Trip bereits um 05:00 Uhr morgens. Trotz Staus und Rush Hours kamen wir gut durch und konnten gleich an den Vormittagsworkshops teilnehmen. Auch mit dem Check-in im Hotel klappte alles reibungslos. Einzig die Tatsache, dass das Hotel an diesem Tag „die Puppen tanzen ließ“, führte uns zwischenzeitlich irritiert ins falsche Stockwerk. Aber auch diese Challenge meisterten wir nach kurzer Verwirrung souverän.

Am Tagungszentrum angekommen, reichte unsere Workshopauswahl von „Meine Playstation hat 64 Felder – was Computer nicht können“, über „Aufbau einer Schachstunde“ und „Schach für Hochbegabte“ bis hin zu „Fritz & Fertig im Trainingseinsatz“ und „Werbung für Schulschach: Aktionen, Drucksachen, Werbemittel“.  Insgesamt machten wir an diesem Tag gefühlt einen umfassenden Streifzug durch das Thema Schulschach. Selbst die Kaffeepausen zwischen den Vorträgen gerieten zur offenen Diskussionsrunde, bei der ein reger Ideenaustausch stattfand. Die größte Plattform für Schulschach in Deutschland bot darüber hinaus auch die Chance, am sogenannten „Markt der Möglichkeiten“ neue Ideen, interessante Spiele und Animationen zum Thema Kinder- und Schulschach kennenzulernen und auszuprobieren.  Ein echter Bestseller war das rosafarbene Schachspiel speziell für Nachwuchsspielerinnen. Bernd Rosens (Trainer des Jahres 2004) Wunsch, einmal echte Kerle vor den rosafarbenen Figuren ablichten zu können, konnten wir ihm natürlich nicht abschlagen. Bereits nach dem letzten Workshop am Samstag war klar, dass es Walter Rädler und seinem Team mit vielen Aktiven der DSJ und der Deutschen Schulschachstiftung gelungen war, die Veranstaltung auch 2012 wieder zu einem Erfolg zu machen.

Die „schachpädagogische Nacht“ am Samstagabend avancierte zum netten Ausklang eines interessanten, spannenden, aber auch anstrengenden Tages. Da tat es gut, abendlich die Vorzüge einer „Stadt des Bieres“ kulturell erschließen zu können. Auch wenn wir uns an die Dortmunder Sitten erst gewöhnen mussten, denn – wie es ein bayerischer Kollege erfrischend ehrlich ausdrückte – „Pinkeln am Laternenpfahl, Saufen vor der Kirche und ein McDonald’s, der um 22:00 Uhr schließt. Sowas gäbs bei mir in Bayern nicht.“ Nach einer kurzen Phase der Assimilierung mithilfe spanischer Lebensfreude, suchten wir eine ansprechende Lokalität auf, wo wir unser außerschachliches Highlight erlebten. Die sportartübergreifende Abendgestaltung mit Mitgliedern des ortsansässigen Ballspielvereins Borussia 09 e. V. hinterließ bei allen Beteiligten bleibende Erinnerungen und wird auch in Jahren sicher noch für die ein oder andere Anekdote gut sein.

Nichtsdestotrotz ging es am Sonntagmorgen nochmal frisch fromm fröhlich frei ans Werk. Auf der Agenda standen zwei Workshops, einer zu den professionellen Schachschulen und ein weiterer zu den von der DSJ ausgezeichneten „Deutschen Schachschulen“ (Auszeichung für das Gymnasium Roth in diesem Jahr, d. Red.). Während Daniel sich mit Stefan Löffler und Walter Rädler konstruktiv über Schulschachstrukturen und mögliche Entwicklungen austauschte, lief Michael in seinem Workshop nochmal zur Höchstform auf und zeigte sich von seiner besten Seite. Das Ende des Kongresses wirkte daher wie eine kalte Dusche, aber irgendwann endet jedes Happening einmal.

Wir freuen uns jetzt schon auf das nächste Jahr, wenn es heißt: Auf nach Hannover!

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