Dieter Altmann – Ein unermüdlicher Kämpfer für die Jugendarbeit

Dieter Altmann (Archivbild)

Eine Würdigung meines ehemaligen Jugendleiters und lieben Freundes Dieter Altmann ist für mich immer auch eine persönliche Angelegenheit. Statt den bekannten Schriftzügen wie „ABI 2012“, könnte ich mir „Schnupperschach 1990“ auf die Heckscheibe meines Auto kleben. Denn Dieter habe ich es zu verdanken, dass ich zum Jugendschach der SG kam und dort das „Klötzchen Schieben“ erlernte.

Es freut mich daher umso mehr, dass der Ehrenjugendleiter der SG Büchenbach/Roth und des Schachkreises Mittelfranken Süd sich nicht aufs Altenteil zurückzieht, sondern mit gutem Beispiel vorangeht und – was die wenigsten wissen dürften – weiterhin im Kinder- und Jugendbereich aktiv und engagiert ist.

Die Auszeichnung mit dem Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste im Ehrenamt (2007) und die Ehrenmitgliedschaft bei der SG Büchenbach/Roth (2011) verstand er nicht nur als Würdigung seines Lebenswerks, sondern als Ansporn, diesen hohen Würden auch weiterhin gerecht zu werden.

Seit vergangenem Jahr leitet er den Schachkurs an der Volksschule in Büchenbach. Dass dieser Kurs nicht aufgegeben werden musste, sondern der Schulschachkurs in unserer Heimatgemeinde fortbesteht, ist sein Verdienst. Er schafft es, mit seiner Liebe zum Schachspiel, Generationen übergreifend seit mehr als 30 Jahren Kinder für Schach zu begeistern und bei ihnen die Freude am Königlichen Spiel zu wecken. Der beste Beweis dafür ist, dass aus seinem Kurs bereits die ersten Kinder den Weg ins Jugendtraining zu Michael Braun und Günter Diebel gefunden haben.

Neben dem Büchenbacher Kurs leitet er seit diesem Schuljahr zusätzlich einen Lehrgang beim Sonderpädagogischen Förderzentrum Roth. Dieses Engagement ist beispielhaft und verdient höchste Anerkennung. Jeder, der schon einmal ein Training mit Kindern und Jugendlichen geleitet hat, hat eine Vorstellung davon, was einem dies an Energie, geistiger Flexibilität und pädagogischen Fähigkeiten abverlangt. Der Unterricht am Förderzentrum ist hierbei als noch eine Stufe anspruchsvoller einzuordnen.

Die Arbeit mit Kindern lag ihm von je her am Herzen und er war und ist stets mit Feuereifer dabei. Matthias „Maddas“ Nachtrab und ich werden nie unseren Durchmarsch von der Kreisklasse C bis zur Kreisklasse A vergessen. Damals war dies ein riesengroßer Erfolg, der mit einem tollen Grillfest gefeiert wurde. Auch in Zeiten von Bezirks- und Landesligameisterschaften sowie Bayernliga-Teilnahmen sollte man nie vergessen, wo der Grundstein zu diesen Erfolgen gelegt wurde.

An dieser Stelle sei mir noch eine kleine Anekdote gestattet:

Ich erinnere mich noch gut, als ich als kleiner Bub auf Dieters Empfehlung hin zu einem Jugendmannschaftsturnier in die „ehemalige DDR“ (damals hieß das noch so) mitfahren durfte. Es war kurz nach der Wende. Das Turnier ging über mehrere Tage und wir waren den anderen Mannschaften schachlich – anders als fußballerisch – hoffnungslos unterlegen. Dieter, der „alte Clubberer“, war damals ein klasse Libero und ich ein quirliger Abstauber vor dem Kasten der Gegner. Bei dem Schachturnier selbst war für uns jedoch kein Blumentopf zu gewinnen und ich steuerte damals an Brett 4 spielend den einzigen ganzen Brettpunkt bei. Ich bin mir nicht mehr sicher, welche Farbe ich in dieser Partie hatte – ich glaube schwarz – aber ich weiß noch ganz genau, dass mein König bei dieser Partie im Mittelspiel (!) eine lange Reise unternahm, bis kurz vor die Grundreihe des Gegners. Irgendwie entging ich dem Matt und war selbst erfolgreich. Über die Qualität der damaligen Partie kann ich nur mutmaßen, aber der Sieg und die Art und Weise, wie er errungen wurde, blieben mir nachhaltig in Erinnerung. Dieter war über den einzigen Sieg im letzten Wettkampf so froh, dass ich neben dem Sonderpreis für den jüngsten Teilnehmer von ihm auch noch eine Tafel Schokolade bekam. Er sagte mir damals voraus, dass ich bestimmt irgendwann in der 1. Mannschaft spielen würde, wenn ich weiterhin fleißig trainiere. Damit sollte er Recht behalten.

Lieber Dieter, ich wünsche Dir bei Deinen Schulschachkursen und allen anderen Projekten auch in Zukunft viel Freude und noch lange die Kraft, die Ausdauer und das Feuer, diese Arbeit weiterzuführen.

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