[Aprilscherz] Mitgliederversammlung 2014: Beitragserhöhung für Kinder und Jugendliche

Am vergangenen Freitag fand die Jahreshauptversammlung der SG Büchenbach/Roth statt. Diese Versammlung hatte es in sich und hält einige Änderungen, speziell für unsere jüngeren Mitglieder, parat. Die wichtigste Neuerung dürfte die Erhöhung der Beiträge im Kinder- und Jugendbereich sein. Dank eines kurzfristig gestellten Eilantrags von Schachfreund Markus Nachtrab konnte der seit Jahrzehnten bestehende Missstand der unterschiedlichen Beitragshöhe endlich behoben werden.

Der Antragsteller argumentierte hierbei überzeugend, dass es nicht angehen könne, dass Kinder und Jugendliche hinsichtlich der zu zahlenden Jahresbeiträge bevorzugt würden. Sie würden Schachfiguren und Räumlichkeiten schließlich genauso nutzen, wie die Erwachsenen. Die Abnutzung durch die Jugend sei sogar größer, weil einige der Jugendlichen neben dem Jugendtraining auch noch den anschließenden Spielabend besuchten. Die Beitragsregelung sei jedenfalls ungerecht und eine Altersdiskriminierung der anderen Mitglieder. Man könne häufig in der Zeitung lesen, dass derartige Altersgrenzen europarechtswidrig seien, da sie evident gegen die Charta der Grundrechte der Europäischen Union verstießen.

Unter lautem Beifall fast aller übrigen Mitglieder forderte er die „Abschaffung des Jugendfinanzausgleichs“ und die Angleichung der Beiträge an diejenigen der erwachsenen Vollzahler. Die spärlich vertretenen Jugendlichen hatten dem nichts Entscheidendes entgegenzusetzen. Argumente wie „kein Taschengeld“ von Tobias Lauterbach, „keine Zeit für Nebenjob“ von Andreas Kellmann oder die „zusätzlich Belastung der Eltern“ von Alex Jesch wurden leicht und locker entkräftet, indem Rädelsführer Markus Nachtrab auf die Großeltern verwies, die die Kinder häufig unterstützen würden. Es sei daher auch nicht mit einer Angleichung der Beiträge getan. Für die Zukunft solle der Verein zusätzlich einen „Luxusvereinsbeitrag“ für solche Kinder und Jugendliche in Betracht ziehen, die von ihren Großeltern monatlich mehr als 500 € erhielten. Als Mitglied im Verein habe man schließlich eine gesellschaftliche Verantwortung und es sei unsozial, wenn derart vermögende Kinder sich nicht am Wohle des Vereins beteiligten, obwohl sie wirtschaftlich dazu in der Lage seien. Das Geld sei im Verein, z.B. für ein Schnitzelessen der 2. Mannschaft, besser aufgehoben als in der Modeboutique oder im Handyshop.

Nachdem Jugendleiter Michael Braun auf die grundsätzliche Bedeutung der Jugend hingewiesen hatte, wurde beschlossen, dass der Verein auch zukünftig keinesfalls gegen die Aufnahme von Kinder und Jugendlichen sei. Vermögende Kinder sollten auch weiterhin aufgenommen werden, wobei ein Nachweis der Zahlungsfähigkeit der Großeltern sowie Kontoauszüge der Eltern von den vergangenen drei Monaten vor Mitgliedsantragsstellung vorzulegen seien.

Kritik an der Beitragsangleichung kam lediglich von unserem Kassier Markus Altenhöfer. Er sprach sich explizit gegen die Erhöhung aus, da er sich der zu erwartenden Masse an Mehreinnahmen nicht mehr gewachsen sah. Er befürchtete, auf Grund der stark steigenden Rücklagen, Ärger mit dem Finanzamt zu bekommen und stellte sein Amt daher noch in der Versammlung zur Verfügung. Erst als durch Widerstand des 1. Vorstands Robert Nachtrab der „Luxusvereinsbeitrag“ für Kinder in diesem Jahr abgewendet werden konnte, erklärte er sich bereit, das Amt des Kassiers kommissarisch weiterzuführen.

Nach dem Ende der Versammlung und dem tollem Triumph der Vernunft über die althergebrachte Jugendförderung, dankten viele Mitglieder Markus Nachtrab für sein Engagement und forderten, dass im kommenden Jahr die Rentner an der Reihe seien, ihr Scherflein beizutragen. Auch diese Randgruppe solle sich nicht länger hinter ermäßigten Beiträgen verstecken können. Schließlich wisse man für die Zukunft nie, wie viele Mitgliedsbeiträge von dieser Randgruppe noch zu bekommen seien.

Hinweis, 02.04.2014: Da hat der Ex-Jugendleiter wieder sein Unwesen getrieben.

Es gibt weder eine Beitragserhöhung für Kinder, noch müssen die Rentner im kommenden Jahr höhere Beiträgen befürchten.  Die Jugendbeiträge bei der SG Büchenbach/Roth zählen auch weiterhin zu den niedrigsten in ganz Bayern. Auf unsere soziale Struktur und die preisgekrönte Jugendarbeit und -förderung können wir zurecht stolz sein.

Wir hoffen, den einen oder anderen zumindest zum Schmunzeln gebracht zu haben, und entschuldigen uns für eventuell aufgetretene Irritationen. Ansonsten gilt: APRIL, APRIL!

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