Hiobsbotschaft – Michael Braun verlässt zum Saisonende den Verein [Aprilscherz]

Auf die tollen Erfolge der 1. Mannschaft und den „drohenden“ Aufstieg folgt die Ernüchterung. Michael Braun, unser Urgestein, Ex-Schachzivi, Jugend- und Erwachsenentrainer sowie Spitzenbrett der 1. Mannschaft, wird uns zum Saisonende verlassen.

Braun

Ade, bleib schee, Michael!

Die Nachricht erreichte mich gestern Abend und sie wirkt noch immer wie ein Schock. Erst im vergangenen Jahr mussten wir den Abgang unseres Spitzenspielers FM Jonas Hacker verkraften und nun ereilt uns dieses Schicksal erneut. Während es Jonas in die 2. Bundesliga zu SG Speyer-Schwegenheim zog, wird Michael künftig im Ausland auf Punktejagd gehen.

Aus persönlichen Gesprächen mit Michael wusste ich schon länger, dass er mit dem Gedanken eines Auslandsaufenthalts schwanger geht. Bereits im vergangenen Herbst hatte er ein lukratives Angebot bekommen. Helen Mirren, ihres Zeichens Direktorin für Jugend- und Schulschach des britischen Schachverbands, hatte seit letztem Jahr ein Auge auf Michael geworfen. Der erste Kontakt zwischen beiden entstand im vergangenen Sommer bei der Akademie der Deutschen Schachjugend in Rotenburg an der Fulda. Nach dem erfolgreichen Abschluss seiner Ausbildung wagt Michael nun den Schritt auf die Insel und wechselt ab 01.06.2015 zur British Chess Association nach London.

In England wird er die U08-U12 Jugendkader- und -nationalmannschaften von England, Schottland, Wales und Nordirland betreuen (http://englishchess.org.uk/Juniors/). Das großangelegte und ambitionierte Jugendprojekt schürt hohe Erwartungen und setzt auf erfahrene Trainer im Jugendbereich. Insgesamt besteht das neu eingesetzte Trainerteam aus fünf Übungsleitern und dem bekannten englischen Cheftrainer Rowan Atkinson. Darüber hinaus wird Michael im Rahmen des erfolgreichen Schulschachprogramms No2Football&Yes2Chess, das von Barclaycard gesponsert wird, mehrere Schulen in und um London betreuen (http://www.chessinschools.co.uk/). Für einen Londoner Schachklub, bei dem er zukünftig auf Punktejagd gehen wird, hat er sich noch nicht entschieden.

Sehr erfreulich ist, dass Michael zusätzlich einen Vertrag als neuer stellvertretender Teamchef der Damenauswahl Englands erhalten hat. Bei der Frauennationalmannschaft wird er insbesondere die Turniervorbereitung und Wettkampforganisation übernehmen. Gordon Brown, Ex-Politiker und Chef des schottischen Schachbunds, sprach ihm sein uneingeschränktes Vertrauen aus. Michael bringe als langjähriger Übungsleiter, Vereinsmanager sowie B-Trainer des Deutschen Schachbundes das nötige Rüstzeug für diese herausfordernden Aufgaben mit, heißt es in einem Anschreiben. Er sei für diese Aufgaben prädestiniert und bringe als Deutscher auch den nötigen Fleiß und die erforderliche Disziplin mit, die bei Kindern und Frauen bekanntermaßen notwendig sei.

Michael selbst freut sich auf seine neue Aufgabe und die damit verbundene Chance, sein Hobby zum Beruf zu machen. Die Zwischenzeit bis zum Beginn der neuen Tätigkeit im Juni wird Michael – hoffentlich gewinnbringend – nutzen. Er fliegt bereits im April (22.04) nach London, um von Ende April bis Anfang Mai am nächsten Mega-Event der European Poker Tour (Preisfonds £ 1.000.000) mitzuspielen. Bleibt zu hoffen, dass er am Pokertisch eine ebenso gute Figur macht wie am Schachbrett.

Auch wenn der Wechsel für den Verein – und für mich persönlich im Speziellen – überaus schmerzlich ist, so ist doch die Zukunft von Michael das Wichtigste. Hierfür wünschen wir ihm alles Gute. Bleib wie Du bist, Michael, misch die Briten ordentlich auf und übertreib es nicht mit dem Guinness!

Hinweis, 04.04.2015: Da hat der Ex-Jugendleiter wieder einmal sein Unwesen getrieben.

Unser Jugendleiter Michael Braun wird zwar tatsächlich für einige Monate auf die Insel gehen, um Land und Leute kennenzulernen. Zur neuen Saison wird er aber wieder pünktlich in good old Germany sein, um die 1. Mannschaft zu verstärken und die Jugendarbeit zu unterstützen. 

Wir hoffen, den einen oder anderen zumindest zum Schmunzeln gebracht zu haben, und entschuldigen uns für eventuell aufgetretene Irritationen. Ansonsten gilt: APRIL, APRIL!

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