Hickhack um hochprozentige Sponsoren eskaliert – Mitgliederentscheid am 22.04. [Aprilscherz]

Biergläser

Vollbier oder Weizen, das ist hier die Frage

Ende vergangenen Jahres wurde in der Vorstandschaft einmal mehr über das Thema Finanzen und Kosten debattiert. Das Thema Sponsoring kam dabei erneut auf den Tisch und sollte diesmal größer und professioneller aufgezogen werden. In der Vorstandssitzung im Dezember hatte Jakob Classen die zündende Idee, auf Brauereien zuzugehen. Zum einen seien diese finanziell leistungsfähig und zum anderen, so spekulierte er, könnten dadurch auch ein paar Getränke für das Vereinsheim abfallen. Die von Harry Dreißig geäußerten Bedenken, dass Bier und Schach keine glückliche Kombination darstelle und schlechten Einfluss auf die Kinder haben könnte, wurde schnell entkräftet. „Ohne Moos nix los!“ konstatierte Vorstand Robert Nachtrab knapp und prägnant und erklärte, dass ohne Geld auch keine Jugendarbeit mehr möglich sei. Außerdem sei Bier in Bayern Grundnahrungsmittel – auch für Kinder und Jugendliche. Der Einwurf „typisch Rubel-Robert“ von Ehrenvorstand Harry Dreißig ging nach einem herzhaften „früh übt sich!“ von Jugendleiter Michael Braun schnell unter. Damit war die Diskussion beendet und die Entscheidung, Brauereien anzusprechen, beschlossen.

Durch persönliche Gespräche und wochenlangen Einsatz gelang es unserem 2. Vorstand Michael Ludwig schließlich, eine für Weizen (in Altbayern besser bekannt als „Weißbier“) bekannte Brauerei für unsere Sache zu gewinnen. Als Weizen-Spezialist traf er den richtigen Ton und das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen. Trikotsponsoring mit großem Weizenglas samt Logo auf Hemden für die 1. und 2. Mannschaft, Versorgung mit ausreichend Weizen beim alljährlichen Grillfest, die Austragung eines neu geschaffenen „GUTmensch-Schachpokal“ und eine großzügige Spende wurden vereinbart. Auf Wunsch könnten unsere Mitglieder außerdem ihre roten Vereins-Tshirts mit einem Weizenglas-Aufnäher und dem Slogan „Büchenbach spielt GUT, MANN“ verschönern lassen. Die Kosten würde ebenfalls die Brauerei übernehmen.

Was jedoch keiner wusste war, dass Matthias „Maddas“ Nachtrab, gut bekannt mit dem Chef einer lokalen Brauerei, in der Zwischenzeit ebenfalls seine Fühler nach Förderern ausgestreckt hatte. Er nutzte seine politischen Kontakte, um eine vor allem für ihr „Vollbier Hell“ bekannte Brauerei aus dem näheren Umkreis an Land zu ziehen.

Man könnte meinen, dass es sich um ein Luxusproblem für einen Schachverein handelt, wenn er zwei potente Sponsoren an der Angel hat und sich nur noch für einen entscheiden muss. Dies gestaltet sich aktuell jedoch weit schwieriger als gedacht. Was als scherzhaft gemeinte Qual der Wahl begann, hat sich mittlerweile zum handfesten Richtungsstreit entwickelt. Wie im Schachspiel gibt es auch bei zwei konkurrierenden Brauereien anscheinend nur schwarz oder weiß bzw. Weizen oder Helles.

Intern wird der Ton deutlich rauher. Michael Ludwig alias „Weizen-Michl“ war vom Alleingang des „Klüngel-Maddas“ sehr überrascht und besteht nach wie vor auf die Einhaltung der von ihm verhandelten Vereinbarung. Weizen sei erwiesenermaßen isotonisch und daher gut für Sportler geeignet. Er selbst sei zudem der lebende Beweis, dass die Hefe im Weizen schön mache. Das politisch ergaunerte „Schwarzbier“ könne Maddas jedenfalls selber saufen, polterte er beim letzten Vereinsabend.

Maddas, selbst leidenschaftlicher Vollbiertrinker, sieht das gänzlich anders. Er verweist auf den lokalen Bezug der aus dem Hopfenland stammenden Brauerei, die auch an einem längerfristigen „Bierliefer-Sponsoring“ Interesse bekundet hätte. Eine „feuchtfröhliche Brauereiführung“ habe er ebenfalls ausgehandelt. Böse Zungen behaupten zwar, dass der Brauerei-Lkw aus Spalt zuletzt auch häufiger in seiner Hofeinfahrt gesichtet worden sei. Das ist bisher jedoch nicht mehr als ein unbestätigtes Gerücht.

Zwischenfazit: Die Fronten sind verhärtet und der Bierstreit erweist sich als echte Zerreißprobe für die gesamte Vorstandschaft. Eine Umlaufabstimmung im Vorstand, welche Brauerei den Vorzug erhalten soll, endete 5:5. Vollbierfans und Weizenliebhaber halten sich auch hier die Waage.

Um doch noch eine Lösung des Konflikts herbeizuführen, wird parallel zum Spielabend am 22. April von 19.00-23.00 Uhr eine Verkostung von Vollbier und Weizen in den Räumen der SG, AWO Kindergarten, Kühedorfer Weg 11 samt Mitgliederentscheid stattfinden. Alle Mitglieder sind aufgerufen daran teilzunehmen und anschließend ihre Stimme abzugeben. Kinder und Jugendliche können sich durch ein Elternteil vertreten lassen. Anmeldungen sind bei Daniel Häckler einzureichen. Auf diesem Weg soll eine demokratische Entscheidung den Streit friedlich beilegen. Die Idee hierzu stammt übrigens von den Brauereien selbst.

Bleibt zu hoffen, dass der Sponsorenrausch am Ende nicht zum Kater führt. Ansonsten gilt: Hopfen und Malz, Gott erhalt’s!

Hinweis, 05.04.2016: Da hat der Ex-Jugendleiter wieder einmal sein Unwesen getrieben.

Unser Verein ist dank einer sehr guten und sparsamen Finanzplanung auch weiterhin bestens für die Zukunft gerüstet und finanziell alles anderes gefährdet. Daher erübrigt sich auch die Debatte über Sponsoren, die es gar nicht. Die philosophische Diskussion über das geliebte Gebräu war dennoch spannend und hat einen eindeutigen Gewinner. Die Abstimmung ergab folgendes Ergebnis:

Weizen: 16
Vollbier: 8
Bier? Igitt: 5
Ich trinke nur Whiskey: 6

Damit ist der Sieger ganz klar das Weizen. Glückwunsch an den Weizen-Michl von dieser Stelle. Und nein, die fünf Mitglieder, die ihre Abneigung gegenüber Bier bekundet haben, müssen nicht mit dem Vereinsausschluss rechnen. Unser Verein ist und bleibt in dieser Frage weiterhin liberal.  

Wir hoffen, den einen oder anderen zumindest zum Schmunzeln gebracht zu haben, und entschuldigen uns für eventuell aufgetretene Irritationen. Ansonsten gilt: APRIL, APRIL!

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