Deutsche Schnellschachmeisterschaft 2026
Am vergangenen Wochenende fanden in Paderborn die Deutschen Meisterschaften im Schnellschach statt. Über die Bayerische Meisterschaft qualifizierte sich Michael Braun als Nachrücker als erster (?) Büchenbacher für eine Deutsche Meisterschaft der Erwachsenen.
Das weltgrößte Computermuseum Heinz Nixdorf Forum (in dem u.A. der bekannte „Schachtürke“ ausgestellt ist) als Spielort und die hervorragende Organisation des Gastgebervereins SK Blauer Springer Padernborn boten hierfür einen würdigen Rahmen. Während das 32-köpfige Feld (Eloschnitt ca. 2230) von Nationalspieler GM Alexander Donchenko (2633) angeführt wurde, ging Michi bei über 20 Titelträger als Underdog ins Rennen.
Dass es in so einem Feld keine leichten Gegner musste er von Beginn an feststellen. Ein halbes Pünktchen in den ersten 4 Runden sieht aber schlimmer aus, als es war. Besonders die ersten 3 Runde waren von ausgelassenen Chancen geprägt.
Runde 1:
Hier bot sich die Gelegenheit für Txd6 cxd6 und Ld5+-. Der Läufer dominiert das Brett und vorallem den Springer – es droht Ta4. Michi ließ die Chance verstreichen und verlor später unnötig. Zum Vergrößern auf das Bild klicken.
Runde 2:
Es folgte …Tc2 mit der Rechtfertigung Lxc2 d3+ Df2 (nach Kh1 kommt Txc2 und Dxb2-+) Ld4 mit Damengewinn. Der Gegner wählte Dd1 und nach Dxb2 Df3 T8c3+- sollte der Vorteil reichen, aber Michi wickelte ins ungleichfarbige Läuferendspiel ab, um den ersten halben Punkt einzufahren.
Runde 3:
Beispielsweise nach Tb1 mit der Idee Lb5 kann Schwarz bei 2 Minusbauern getrost aufgeben. Stattdessen wirft Kc3 sofort die ganze Partie weg.
Unter den Nachwehen der 3. Runde stellte Michi in Runde 4 sinnlos einen wichtigen Bauern ein, wonach die Partie chancenlos verloren ging. In Runde 5 gab es dann zum Abschluss des 1. Tage etwas glücklich endlich den ersten Sieg gegen FM Neuhoff (2306). Am Abend wurde im Hotel beim gemeinsamen Tournament Dinner die Fußball-WM verfolgt. Am Sonntag standen die letzten 4 Runden an.
Runde 6:
Hier bot sich die Chance auf eine überraschende Gewinnmöglichkeit. Sxc5 Kxc5 und f3-+ bereitet ggf. den Durchbruch mit e3 vor, aber legt vor allem den f2 für Lh4 fest. Unter dem Strich rettete Michi aber den halben Punkt glücklich im Endspiel.
In Runde 7 (links) wurde dann
von beiden Seiten perfekt (böse Zungen würden sagen langweilig) gespielt – Remis. In Runde 8 wurde Michi in der Eröffnung ausgetrickst und lief einem Minusbauern hinterher. Sein Gegner lies nichts mehr anbrennen und verwertete Vorteil souverän. Zum Abschluß in Runde 9 bot Michi in vorteilhafter Stellung Remis, was direkt angenommen wurde.
Am Ende mit 3,0/9 ungefähr bei der Erwartung. Es war auf jeden Fall eine großartige Erfahrung mit einer besonderen Atmosphäre und vielen starken Gegner (Gegnerschnitt fast 2250, 6 FM und 1 IM).
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